Gewinnfreibetrag: So nutzen Sie Steuervorteile

Gewinnfreibetrag

Schätzen Sie Ihren voraussichtlichen Jahresgewinn und überlegen Sie, wie Sie jetzt noch steuerlich begünstigt investieren können.

Das Schlüsselwort beim Thema Investieren und Steuern sparen heißt Gewinnfreibetrag (GFB). Damit können Sie als Unternehmer Gewinne bis zu maximal 45.350 Euro steuerfrei stellen.

Der Gewinnfreibetrag setzt sich aus einem Grundfreibetrag und einem darüber hinaus gehenden investitionsbedingten Gewinnfreibetrag zusammen. Vom Gewinnfreibetrag profitieren alle natürlichen Personen und Personengesellschaften, egal ob Einnahmen-Ausgaben-Rechner oder Bilanzierer, die betriebliche Einkünfte erzielen (auch Ärzte, Steuerberater, etc. sowie geschäftsführende Gesellschafter einer GmbH). Personen, die ihren Gewinn durch Pauschalierung ermitteln, steht nur der Grundfreibetrag zu. Der GFB reduziert nicht nur die Steuerbelastung, sondern auch die Bemessungsgrundlage für die Gewerbliche Sozialversicherung.
 

Grundfreibetrag

Dieser beträgt 13 Prozent von 30.000 Euro, also 3.900 Euro, und wird automatisch berücksichtigt, ohne dass ein Nachweis erfolgen muss.
 

Investitionsbedingter Gewinnfreibetrag

Für darüber hinaus gehende Gewinne gibt es den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag. Dieser steht aber nur dann zu, wenn bestimmte begünstigte Investitionen getätigt wurden. Der investitionsbedingte Grundfreibetrag beträgt

  • für Gewinne bis 175.000 ebenfalls 13 Prozent,
  • für Gewinne zwischen 175.000 und 350.000 Euro 7 Prozent,
  • für Gewinne zwischen 350.000 und 580.000 Euro 4,5 Prozent.
  • Für Gewinne über 580.000 Euro gibt es keinen Gewinnfreibetrag.

Maximal kann der Gewinnfreibetrag 45.350 Euro betragen. Der maximal mögliche investitionsbedingte Gewinnfreibetrag beläuft sich daher auf 41.450 Euro (45.350 Euro minus Grundfreibetrag von 3.900 Euro). Der Gewinnfreibetrag steht übrigens auch jenen zu, die über selbstständige Nebeneinkünfte (z.B. aus einem Werkvertrag) verfügen.
 

Begünstigte Investitionen

Zu diesen zählen:

  • Investitionen in abnutzbare Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von mindestens 4 Jahren
  • Zu den begünstigten Wertpapieren für den Gewinnfreibetrag zählen ab dem Veranlagungsjahr 2017 wieder jene Wertpapiere, die zur Deckung von Pensionsrückstellungen gem. §14 Abs. 7 Z. 4 EStG verwendet werden können. Diese müssen jedenfalls vier Jahre im Betriebsvermögen gehalten werden. Sind diese vier Jahre vergangen, so können diese Wertpapiere ohne Konsequenzen für den Freibetrag wieder verkauft werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Raiffeisenberater über die diesbezüglichen Anlagemöglichkeiten.*

Tipp: Schätzen Sie rechtzeitig vor Jahresende Ihren voraussichtlichen Gewinn für das laufende Jahr ein. Wenn Sie glauben, dass dieser mehr als 30.000 Euro betragen wird, sollten Sie entsprechende Maßnahmen überlegen.

* Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Anlegers ab und kann künftigen Änderungen – auch rückwirkend - unterworfen sein. Konsultieren Sie für eine konkrete Anlageentscheidung und Informationen über die individuellen Auswirkungen einen Steuerberater. Eine Veranlagung in Wertpapieren ist mit verschiedenen Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden.